Die Angst vor dem eigenen Kunden: Mehrheit mittelständischer Unternehmen sieht mehr Risiken als Chancen in Web 2.0-Anwendungen

Die Diskussion über Web 2.0-Anwendungen führen zwar auch kleinere Handelsunternehmen, die Umsetzung lässt jedoch offenbar noch auf sich warten. Dies zeigt wenigstens die aktuelle Studie “Internet im Handel 2008 – Status quo und Entwicklungen” des E-Commerce-Center Handel, in der insgesamt 1.702 vorrangig mittelständische Handelsunternehmen zu ihrer Internetnutzung befragt wurden.

Steigerung des Bekanntheitsgrades, Erhöhung der Kundenbindung und Verbesserung des Images – Trotz zahlreicher positiver Effekte von Web 2.0-Funktionalitäten auf die Geschäftsabläufe bindet bisher nur eine Minderheit der befragten Handelsunternehmen Web 2.0-Anwendungen in die eigene Website ein. Die Nutzungsraten von Einzel- und Großhändlern liegen im Durchschnitt sogar unter sechs Prozent. Interaktive Bewertungssysteme sind mit 9,4 Prozent dabei noch die am häufigsten eingesetzten Web 2.0-Anwendungen. Auf Platz zwei liegt die Einbindung von Tag-Wolken und News-Feeds. Die niedrige Nutzungsintensität ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass 60,1 Prozent der befragten Händler mit der Verwendung von Web 2.0-Funktionalitäten schwer kalkulierbare Risiken verbinden. 83,8 Prozent der Handelsunternehmen befürchten “rechtliche Folgen”; den “Missbrauch durch Kunden” gaben über 80 Prozent der Befragten als Hinderungsgrund an.

pm-internet_im_handel-web-2-0_19-03-2009-web-2-integration.JPG

Ein nennenswerter Anteil der befragten Unternehmen plant nach eigenen Angaben zwar eine intensivere Einbindung von Web 2.0-Aktivitäten, Dr. Kai Hudetz, stellvertretender Geschäftsführer des E-Commerce-Center Handel, äußert sich jedoch skeptisch zum Vorhaben der KMUs: “Es muss berücksichtigt werden, dass die Einschätzungen der befragten Unternehmen in der Vergangenheit häufig zu optimistisch ausfielen”. Der positive Einfluss von Web 2.0-Elementen auf den Geschäftserfolg sollte selbstredend sein; “Ein effizienter Einsatz von Web 2.0-Elementen ist jedoch sehr zeitintensiv und greift damit auf ein knappes Gut der KMUs zurück.”, so Aline Eckstein, wissenschaftliche Mitarbeiterin des ECC Handel.

Der Berichtsband “Internet im Handel 2008“ kann zum Preis von 25 € im Netz oder im Buchhandel erworben werden.

Was denken Sie über Web 2.0 Anwendungen? Sagen Sie Ihre Meinung und hinterlassen Sie uns einen Kommentar.

  • Facebook
  • Twitter
  • Google Bookmarks
  • Live
  • del.icio.us

2 Reaktionen zu “Die Angst vor dem eigenen Kunden: Mehrheit mittelständischer Unternehmen sieht mehr Risiken als Chancen in Web 2.0-Anwendungen”

  1. Hans Bayartz

    Die neuen Medien, die im Begriff SocialMedia oder Web2.0 zusammengefasst werden, bedeuten die Zukunft für mittelständische und kleine Unternehemn (KMUs).

    Junge Menschen haben ein anderes Informationsverhalten als die älteren Generationen – Tageszeitungsverlage bekommen das jetzt schon schmerzhaft zu spüren.

    Sollten sich KMUs nicht darauf einstellen, werden sie den Wettbewerb um diese Kundengruppen verlieren – und das ist keine Schwarzmalerei. Jetzt ist vlt. noch die Zeit, um zu testen und sich mit den Medien zu beschäftigen. Aber viel Zeit werden die Entwicklungen den Unternehmen nicht mehr geben!

  2. Lena Knake

    Danke Hans, das denke ich auch!
    Einen schönen Beitrag zum Thema hat auch U. Hafenbradl von Trusted Shops verfasst: Nur Hype oder mehr? Wie Shopbetreiber Twitter schon heute nutzen: http://www.shopbetreiber-blog.de/2009/03/17/shopbetreiber-auf-twitter/comment-page-1/#comment-193910

Einen Kommentar schreiben