IFA: Sony Manger im Interview mit der Berliner Morgenpost

In Berlin gießt es in Strömen. Da wir Hamburger das kennen, spricht nichts dagegen, um 8 Uhr das Hotel zu verlassen, um sich einen Kaffee und eine Tageszeitung zu besorgen. In diesem Fall eine Berliner Morgenpost, die auf den Seiten 1, 2 und 3 über die IFA, Anlass unserer Reise, berichtet. So findet die Redakteurin auf der dritten Seite auch ein Interview mit BITKOM-Präsidiumsmittglied und Sony-Manager Manfred Gerdes. Titel: Sony steigt aus Preiskampf bei TV-Geräten aus.

Auf die Frage des Redakteurs Lars Winckler, ob Verbraucher darauf warten sollten, dass Fernseher noch günstiger wenden, antwortet Gerdes lakonisch: “Aus unserer Sicht natürlich nicht. Wir haben in den vergangenen zwei Jahren ja bereits einen starken Preisverfall bei Flachbildfernseher erlebt. Das war heftiger, als viele in der Branche gedacht haben.” Winckler folgert: “Konsumenten finden das gut.” Gerdes daraufhin: “Ja, trotzdem werden wir einen weiteren Preikampf nicht mitmachen.”

Winckler will dann wissen, warum Sony nicht endlich den Preis der PlayStation 3 senkt, um die Verkaufszahlen zu verbessern. Gerdes geht nicht darauf ein. Über 130.000 verkaufte Geräte in Deutschland sei man nicht enttäuscht und mit Nintendo wolle man sich auch nicht vergleichen. “[D]ie haben eine andere, jüngere Zielgruppe. Wenn sie älter werden, werden sie sich eine PlayStation 3 kaufen.” Läßt dies etwa den Schluss zu, dass Sony in den nächsten zehn Jahren keine neue Spielekonsole auf den Markt bringen wird? Er weiß aber schon jetzt, dass es 99 Prozent aller Filme für Blu-ray geben wird. Na logisch: Paramont und Dreamworks werden einfach keine Filme mehr produzieren, so! Herr Gerdes glaubt nämlich an “höhere Gewalt”. Die ist auch Schuld an den Qualitätsproblemen von Sony: “Technologie ist etwas, was vorher auf Herz und Nieren geprüft wird. Aber es gibt manchmal Langzeitprobleme, die man im Vorfeld nicht berechnen kann. Das ist höhere Gewalt.” Die Redaktion freut sich also auf eine IFA, bei der die “Zukunft des Fernsehens” in göttlichen Händen liegt.

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