IBM-Studie: Deutsche mehr im Netz als vor dem Fernseher – Google bringt Privatfernsehen in Bedrängnis

Immer mehr Deutsche verbringen mehr Zeit im Internet als vor dem Fernseher. Dies ergab die Digital Entertainment Consumer Studie von IBM unter 338 Deutschen. Demnach verbringen 47 Prozent der über 18-Jährigen zwei bis vier Stunden im Web, nur 40 Prozent sehen genauso viel fern. In der Folge gewinnt Onlinewerbung an Bedeutung und macht dem klassischen Werbeträger Fernsehen zunehmend Konkurrenz.
Dabei profitiert laut Analyst Rob Enderle ein Konzern besonders stark vom Internet-Trend: Google. „Schon seit einiger Zeit beobachten wir, dass die Werbegelder zu Google gehen“, so Enderle in der Financial Times Deutschland.

Im Handelsblatt äußert sich heute auch der ProSiebenSat.1-Chef Guillaume de Posch zum Thema: „Google bedrängt uns zusehends stärker. Die Internetsuchmaschine hat heute eine Macht wie Microsoft vor 20 Jahren.“ Besonders im Kampf um Werbekunden sei Google bereits ein ernst zu nehmender Konkurrent, aber auch die Zuschauer würde ihnen Google mit dem Videoportal YouTube wegschnappen.
Der Verleger Christian DuMont Schütte sieht das Medienangebot im Internet ebenfalls kritisch. Der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung sagte er, es sei eine Welt für ihn zusammengebrochen, als Rupert Murdoch ankündigte, künftig alle Inhalte des Wall Street Journal kostenlos anbieten zu wollen. „Es kann nicht sein, dass die Medienhäuser in Deutschland grob geschätzt neun Milliarden Euro für Nachrichteninhalte ausgeben, die sie dann kostenlos ins Internet stellen“, ärgert er sich. „Wir bezahlen Suchmaschinen sogar dafür, dass sie uns oben listen. Bei uns bröckeln Auflagen wie Anzeigen, und Google schöpft mit unserer Hilfe den Werbemarkt ab. Das ist pervers“, so DuMont Schütte weiter.


Am 30. August 2007 um 14:29 Uhr
[...] Vorangegangen waren Äußerungen vom Verleger Christian DuMont Schütte und ProSiebenSat.1-Chef Guillaume de Posch, nach denen Google den Werbemarkt abschöpfe, zudem kritisierten sie die Urheberrechtsverletzungen unter anderem bei Youtube.com. [...]