Klickbetrug: Google-Kunden sollen entschädigt werden
Haben Sie in den letzten Tagen eine E-Mail bekommen mit der Betreffzeile: “Important Legal Notice Regarding Your Google AdWords Account”?
Und, haben Sie sie gelesen?
Das hätten Sie vielleicht besser tun sollen. Denn der Inhalt dieser Mail hat es in sich. Er betrifft alle Website-Betreiber, die in den letzten Jahren bei Google AdWords Werbung gebucht haben. Ihnen winkt jetzt möglicherweise eine Entschädigung für Verluste, die durch Klickbetrug entstanden sind.
Hintergrund der Rund-Mail ist ein Verfahren um Klickbetrug. Google ist in den USA von mehreren Online-Shops auf Schadenersatz verklagt worden. Gegenstand des Verfahrens ist der Verdacht, dass Google Klickbetrug nicht rechtzeitig erkannt, beziehungsweise nicht gestoppt haben soll und dadurch Verträge mit seinen Anzeigenkunden gebrochen habe.
Die Antragsteller gehen davon aus, dass Google sich unrechtmäßig bereichert hat. Google dagegen behauptet, alle Werbeausgaben seien ordnungsgemäß nur in “echte” Werbung geflossen. Nun hat Google mit den Klägern einen Vergleich ausgehandelt. Diesem Vergleich hat das Gericht aber noch nicht zugestimmt. Er sieht einen Entschädigungsfond von 90 Millionen US-Dollar vor, um Opfer von Klickbetrügern zu entschädigen. Diese Summe soll – abzüglich der Anwaltskosten von etwa 30 Millionen Dollar – an die Beteiligten in Form von Werbegutscheinen verteilt werden.
Zum Kreis der Beteiligten gehört jeder Website-Betreiber, der seit dem 1. Januar 2002 Internet-Werbung bei Google gekauft hat. Alle Adressaten des Rundschreibens sind also automatisch Teil der Klägergruppe. Sie sollten sich nun fragen, ob sie ihre Ansprüche bei Google anmelden wollen, um sich ein Stück vom Entschädigungs-
kuchen zu sichern. Wer seine Ansprüche anmelden will, muss spätestens bis zum 4. August unter www.clicksettlement.com ein Formular ausfüllen und angeben, welcher Anteil seiner Werbung von Klickbetrug betroffen war.
Mehr in der aktuellen Ausgabe.


Am 29. Juni 2006 um 14:12 Uhr
Das Problem ist, dass man den Schaden dann genau beziffern muss. Das wird den meisten Werbenden schwer fallen.
Am 29. Juni 2006 um 14:45 Uhr
Stimmt, bei den meisten Unternehmen dürften die entsprechenden Daten gar nicht (mehr) vorliegen.
Zudem ist die vorgeschlagene Summe (90 Millionen) ziemlich gering. Wenn man die Werbeeinnahmen von Google der letzten vier Jahre dagegenhält, ist das wahrscheinlich nicht mehr als ein Promille-Anteil. Die Klickbetrugs-Quote dürfte aber wesentlich höher liegen.
Außerdem werden, falls der Verglich durchgeht, voraussichtlich ca. 30 Millionen Dollar der 90 an die Anwälte als Honorar gehen!!!! Da bleiben also nur noch 60 Millionen für die Geschädigten…
Am 29. Juni 2006 um 16:58 Uhr
Ich bezweifle, daß in Deutschland ansässige Firmen etwas von Vergleich ergattern werden können.
Am 2. Juli 2006 um 15:00 Uhr
Mich würde interessieren, ob tatsächlich alle weiteren Ansprüche an Google erlöschen, wenn der Vergleich durchkommt. Das können die doch nicht machen…