Hintergrund: Warum Google Analytics nicht wirklich kostenlos ist

Woher kommen meine Kunden? Wie bewegen sie sich auf meiner Seite? Für Onlinehändler kann die Beantwortung dieser Fragen Gold wert sein. Die professionelle Analyse der Besucherströme wird immer wichtiger – zum Beispiel, um Probleme bei Online-Bestellvorgängen zu lokalisieren. Jetzt will auch Google in den Markt einsteigen und bietet mit Google Analytics ein eigenes Web-Controlling-Tool an. Der Kundenansturm auf den Dienst war offenbar so groß, dass es kurz nach dem Start zu Performance-Problemen kam. Die Server konnten die Masse der Anwender nicht mehr verkraften, Google musste zwischenzeitlich die Notbremse ziehen und ließ bis Mitte Januar keine Neuanmeldungen zu.
Der Suchmaschinen-Riese bewirbt seinen neuen Service mit den Schlagworten ausgefeilt, einfach und kostenlos. Analytics helfe, Web-Seiten zu optimieren, damit Werbung oder Online-Bestellvorgänge besser funktionieren und so mehr Geld abwerfen, verspricht Google. So könnten Shop-Betreiber per Website-Overlay erkennen, welche Bereiche Ihrer Site häufig angeklickt werden und welche nicht. Mit Hilfe der Trend-Darstellung würden sie einen Überblick über die Entwicklung der Site erhalten. Google Analytics ist zudem eng mit Google AdWords verknüpft. Mit einem Blick soll sich somit erkennen lassen, wie AdWords-Kampagnen funktionieren und welche Rendite abgeworfen wird.
Dass der Dienst für Shop-Betreiber kostenlos ist, bedeutet allerdings nicht, dass Google auf eine Bezahlung verzichtet. Der Internetgigant weiß durchaus seinen Nutzen aus dem Webanalyse-Tool zu ziehen. Betreiber von Web-Angeboten, die Analytics nutzen, belohnen Google nämlich mit einer Ware, die mit Bedacht vergeben sein will: mit ihren Daten. Analytics erfasst überaus sensible Unternehmensinformationen, die über die zahlreichen Server der Suchmaschine laufen.
Das Ziel des Branchenführers ist klar: Mit Analytics strebt Google ein umfassendes Behaviour Targeting der Internetnutzer an. Jedem, der im Internet surft und seine für Google lesbaren Spuren hinterlässt, soll ein exaktes, personalisiertes Profil zugewiesen werden. Profile dieser Art ermöglichen die gezielte Schaltung von Online-Werbung auf der Basis individueller Verhaltens- und Konsummuster potenzieller Käufer. Mit dem Web-Controlling-Tool Analytics bedient sich Google eines Instruments, das diese Art von Online-Marketing vermutlich punktgenauer und damit effizienter als jemals zuvor werden lässt.
Und was bei Privatpersonen Nutzen bringt, das kann auch ohne weiteres auf Betreiber kommerzieller Websites übertragen werden. Google hat seine eigenen Kunden – zum Beispiel Shop-Betreiber – ständig im Blick und gewinnt so eine übergreifende Kenntnis des Wettbewerbsumfelds. Möglicherweise wird der Suchmaschinen-Riese daher schon bald von so manchem Unternehmen mehr Geschäftsdaten vorliegen haben – zum Beispiel über den Erfolg von Online-Werbemaßnahmen oder die Resonanz von Interessenten und Kunden auf neue Produkte – als der Geschäftsführer dieses Unternehmens selbst.

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7 Reaktionen zu “Hintergrund: Warum Google Analytics nicht wirklich kostenlos ist”

  1. Frank Ristau » Google Analytics Anmeldungen wieder möglich

    [...] Google nimmt wieder Anmeldungen für das (fast) kostenlose Web-Statistik-Tool Google Analytics an. Mit Analytics läßt sich die Verwendung von Keywords abbilden, Traffic und Konversationen verfolgen, sowie für AdWords-Nutzer der Return on Invest aufzeigen. [...]

  2. Ramona Hapke

    Welche gute und kostengünstige Alternative gibt es zu Google Analytics?
    Kann ich denn ausschließen, dass andere nicht meine Daten sammeln?

  3. Hauptsache Kommunikation » Blog Archive » Hintergrund-Infos zu Googel Analytics

    [...] Nachdem ich diesen Beitrag gelesen habe, werde ich wohl Google Analytics von meiner Website wieder verbannen: http://www.hsid.de/internethandel/blog/?p=40  [...]

  4. Mathias Wührmann

    Ich selbst verwende beispielsweise die kostenlose Software AWStats (http://awstats.sourceforge.net/), zu der es auch viele meist ebenfalls kostenlose AddOns gibt.

    Die anfängliche Einrichtung ist zwar ein wenig umständlich, weil es statt einer Benutzeroberfläche für die vielen Optionen nur eine Konfigurationsdatei gibt. Wer einmal diese Hürde genommen hat, wird jedoch mit umfangreichen Statistiken ohne “Mithörer” belohnt, die sich hinter Google Analytics kaum zu verstecken brauchen.

  5. Roman Zenner

    Der Ansatz ist bei Google Analytics oder anderen Tracking-Programmen (z.B. eTracker) ein anderer: Hier wird ein kleiner Fetzen JavaScript in die zu “überwachende” Seite eingebunden, wodurch die Daten gesammelt werden. Bei AWStats geht’s hingegen um die Auswertung der Logdateien, die vom Webserver generiert werden.

  6. seelensplitter » Googel Analytics

    [...] Nach dem lesen dieses Beitrags, überlege ich doch ernsthalft Google Analytics von meiner Website wieder verbannen. Es gibt genügend gute Altenativen, zum Beispiel die kostenlose Software AWStats (http://awstats.sourceforge.net/), zu der es auch viele meist ebenfalls kostenlose AddOns gibt. [...]

  7. Marina

    http://www.hochu-zamuj.elqo.ru ??? ?????? ????? ?????. ????????? ??????????, ??????????? ?? ??? ? ?? ???? ?????? ????????

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